Hinter den Kulissen: Der kreative Prozess beim GeduldTier
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Hallo liebe Entdecker,
heute widmen wir uns mal einem Thema, dass nicht direkt mit finanzieller Bildung zu tun hat. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen: Es geht eher darum, wo unsere süßen kleinen Protagonisten herkommen und was hinter den Kulissen bei uns so an Arbeit anfällt. Das hier soll eine kleine Serie von Beiträgen behind the scenes werden, die beleuchtet wer wir so sind und was wir so machen. Der ganze Zauber rund um unsere kleinen Illustrationen hat eigentlich damit begonnen, dass wir entschieden haben mit KI Bilderstellung zu experimentieren.
Warum machen wir das?
Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir zu alt sind, um diese neue Technologie zu verstehen, aber dass wir leider auch zu jung sind, um sie ignorieren zu können. Das ist wahrscheinlich für jeden aktuell so, der gerade noch so ein digitaler Native ist, aber eigentlich auch schon mit beiden Beinen im Berufsleben steht. Dinge verändern sich, das ist der Lauf der Welt. Da wir schon immer eine hohe Affinität zu künstlerischen Themen hatten, lag es also nahe sich mit Bilderstellung zu beschäftigen. Einige unserer Bekannten sind da eher ins eigene Programmieren gegangen und haben sich kleine Programme für alltägliche Problemchen einfallen lassen. Jedem eben sein eigener Zugang. Wir jedenfalls haben beschlossen eher der Euphorie der Möglichkeiten zu folgen, als allen negativen Meinungen darüber. Für uns gilt: Wer nicht selbst ausprobiert, weiß oft gar nicht so genau, worüber er spricht. Deshalb haben wir uns intensiv mit Themen wie Urheberrecht und Bildnutzung im Internet beschäftigt. Wer sich dafür interessiert: es gibt tatsächlich in der EU das erste Gesetz dazu seit 06.05.2025 als „AI Act“ (externer Link unten). Für uns relevant ist dabei die „Transparenzpflicht“, d.h. künstlich erzeugte oder bearbeitete Inhalte – wie Audio, Bilder und Videos – müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden. Genau das tun wir seit Beginn unserer Arbeit, weil uns Offenheit und Fairness wichtig sind. Über dieses Thema kann man wahrscheinlich tausende kontroverse Diskussionen führen und das ist auch gut so und soll so sein. Ist aber heute nicht Hauptthema des Blogbeitrages. So viel also zur Theorie – aber wie entstehen unsere Illustrationen nun wirklich mit KI? Ist es wirklich so einfach?
Wir haben uns in unserer Experimentierlaune 2024 für Midjourney aus den USA entschieden als Hobby. Wir sind nämlich alle beruflich keine Illustratoren, sondern haben uns für andere Schwerpunkte entschieden.
Es ist ein sehr mächtiges Bilderstellungstool, das ausschließlich über den Discord-Bot gesteuert wird. Seit der Veröffentlichung wurden mehrere neue Versionen erstellt, die immer weitere Verbesserungen ermöglichen (und Kontroversen erzeugten wie: der Papst im Wintermantel 2023).
- Midjourney kann aus der Textbeschreibung (der sogenannte Prompt) mehrere Entwürfe eines Bildes erschaffen. Dabei sind der Kreativität des Programms kaum Grenzen gesetzt (bis zum kompletten Kopieren von Kunst-Stilen).
- Man kann zwischen unterschiedlichen Stilen wählen, Charakter-Referenzen nutzen oder sogar echte Bilder als Grundlage einfügen.
- ABER: Charaktere lassen/ließen sich nicht konsistent darstellen (daran wird anscheinend gearbeitet).
- ABER: Hände und Füße konnten teilweise nicht richtig dargestellt werden.
- ABER: Midjourney ist umstritten, lernt ständig und bedient sich aus Quellen aus dem Internet, d.h. sie erschafft eigentlich keine Kunst, sondern kombiniert existierende Werke – das ist auch der Hauptkritikpunkt am Urheberrecht (aktuell gibt es eine Klage von Künstlern gegen das Unternehmen). KI generierte Bilder besitzen derzeit kein Copyright – die rechtliche Lage ist noch nicht abschließend geklärt.
Wir nutzen das Programm zu Erstellung von Hintergründen und für Charakterbögen.
Hier könnt ihr sehen wie:

Beispiel eines Midjourney KI generierten Bildes zur Darstellung von Dschungel Blättern als einfache schwarzweiß Silhouette. Der Prompt dazu lautete: „different jungle leafs and plants, simple, black and white, no color, white background“ in Version 6.0. Diese Silhouetten nehmen wir jetzt als Grundlage um daraus Pinselwerkzeuge in anderen Programmen wie Procreate zu erstellen, damit man sie später für Hintergründe flexibel einsetzen kann.

Hier seht ihr ein Beispiel eines Charakterbogens aus Midjourney Version 6.0 (unbearbeitet) – diesmal für ein kleines Comic-Faultier. Wie man erkennen kann, liefert Midjourney gleich vier Vorschläge. Manche davon sind schon erstaunlich gut gelungen, andere hingegen eher unbrauchbar – zum Beispiel, wenn das Faultier plötzlich drei Arme und keine Beine hat. Wir nennen das KI Cringe. Was man ebenfalls sieht: Ein Faultier lässt sich nicht einfach so generieren, sodass es exakt wie unser GeduldTier aussieht. Diese Feinarbeit übernehmen wir selbst. Aber sehr nützlich sind trotzdem die anatomischen Vorschläge, Farben, Hintergründe, Stil-Experimente und verschiedene Perspektiven und Posen. Das spart uns enorm viel Zeit und gibt Inspiration, die wir sonst mühsam zusammensuchen müssten.

Aus den erzeugten Vorlagen können wir dann in einem Bearbeitungsprogramm (hier Procreate) Outlines erstellen und kolorieren. Hier sieht man jetzt 3 GeduldTiere als GeduldTier-Bande, die mit einem Standard-Pinsel („Syrup“) skizziert und dann nach Farbvorlage des GeduldTiers „ausgemalt“ wurden. Hierfür nutzen wir die Ebenenfunktion, um verschiedene Bereiche übereinander zu legen. Von „Malen“ im engeren Sinne zu sprechen, passt eigentlich nicht: es handelt sich eher um digitale Bildbearbeitung. Im echte Leben kann man ja auch keine 30 Ebenen auf einem Blatt Papier/einer Leinwand übereinander legen und verändern, anwählen, multiplizieren, verzerren oder ausblenden.


Jedes unserer Bilder ist persönlich nachbearbeitet oder geändert. Manchmal verwenden wir die Kolorationsvorschläge, manchmal nicht. Diese Beispiel-Faultiere hier links sind selbst gezeichnet und koloriert in Procreate. Am Ende bleibt es Geschmackssache, ob das, was daraus entsteht, einen „künstlerischen Anspruch“ hat. Für uns zählt vor allem die Message über finanzielle Bildung – und die Freude daran, unser GeduldTier zum Leben zu erwecken.

Hier ist jetzt noch ein Beispiel aus der Praxis von unserem Kinderbuch mit Dschungelhintergrund. Das Bild mit den roten Strichen ist KI generiert und kann so natürlich nicht verwendet werden. Was man sehr schön sieht ist der KI Cringe: hier sind unrealistische Formen entstanden sind, keine passenden Gesichtsausdrücke und falsche Perspektiven. Dieses Bild wurde in ClipStudioPaint angepasst und qualitativ verbessert. Man kann erkennen, dass hier der Hintergrund und die Körperhaltung des Faultiers „behalten“ wurde – alle anderen Charaktere wurden geändert und selber angepasst (grün gemalte Änderungspfeile zur Veranschaulichung).

Daraus entsteht dann in den Programmen ClipStudioPaint, Krita und Procreate unser kleines GeduldTier und seine Freunde. Nicht jeder Entwurf ist perfekt – und das muss er auch gar nicht sein. Für uns steckt der Wert in der Freude am Experimentieren, in den Farben, Perspektiven und kleinen Geschichten, die dadurch entstehen. Unser GeduldTier ist für uns kein Kunstprojekt im klassischen Sinn – sondern ein Herzensprojekt, das zeigt, wie viel Spaß im Ausprobieren steckt.
Liebe Grüße
Marie, Anka und Sina
Externe Links für Interessierte:
AI_ACT extern
Midjourney extern
Procreate extern
ClipStudioPaint extern
Krita extern
